Sie sind hier

Neuigkeit
Eingestellt: 03.07.19 | Besuche: 160

Communicator-Preis der DFG und des Stifterverbandes geht an die Informatikerin Katharina Anna Zweig von der TU Kaiserslautern

Die Wissenschaftlerin von der Technischen Universität Kaiserslautern erhielt die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung für die engagierte und vielseitige Kommunikation zu den ethischen, politischen und gesellschaftlichen Implikationen von Algorithmen und deren Einsatz.

Die Jury des Communicator-Preises würdigte bei ihrer Entscheidung die kritische Handschrift und vernetzende Ausrichtung von Katharina Anna Zweigs Wissenschaftskommunikation. Mit einer gut durchdachten Kommunikationsstrategie und einer großen Breite an Formaten und Kanälen gelinge es Zweig, sehr unterschiedliche Zielgruppen mit dieser komplexen und zugleich gesellschaftlich hoch relevanten Thematik in Berührung zu bringen. Sie versuche nicht nur, Einblick in die Entwicklung und den Einsatz von Algorithmen zu ermöglichen, sondern vor allem auch eine differenzierte Debatte über ihren Einsatz zu erreichen. Zweig betreibe ihre Aktivitäten in überaus engagierter Weise, um den medialen und öffentlichen Dialog über die digitale Transformation und deren gesellschaftliche Folgen voranzutreiben.

Als Informatikerin hat sich Zweig durch interdisziplinär ausgerichtete und öffentlich geförderte Forschungsvorhaben einen Namen gemacht. Seit 2014 ist sie auch Projektleiterin im DFG-Schwerpunktprogramm „Algorithms for Big Data“. Sowohl mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit als auch mit deren öffentlicher Vermittlung gilt sie als Wegbereiterin eines wissensbasierten und kritischen Dialogs zu Algorithmen/Software und gesellschaftlichem Wandel.

Viele von Zweigs Forschungsthemen sind von hoher gesellschaftlicher und politischer Aktualität, etwa bei Debatten um Fake News oder dem aktuellen Streit über die Urheberrechtsreform in Europa. Zweig setzt bei ihrer kommunikativen Arbeit auf klassische und neue Medienformate: Das Spektrum reicht von Interviews und Beiträgen in Print, TV und Hörfunk über Social-Media-, speziell Twitter-Aktivitäten, Unterrichts- und Lehrmaterialien bis zur Mitarbeit an Ausstellungen  wie „(Ohne) Schlüssel und Schloss – Chancen und Risiken von Big Data“. Zusammen mit Journalisten hat sie die Bürgerinitiative und Plattform „Algorithm Watch“ mit dem Ziel gegründet, die Öffentlichkeit über die Wirkungsweise von Algorithmen aufzuklären, diese gemeinsam zu beobachten sowie an einer sinnvollen Regulierung von algorithmischen Entscheidungssystemen mitzuwirken. Das Projekt und seine Initiatoren erhielten 2018 die Theodor-Heuss-Medaille.

Der Communicator-Preis wird seit dem Jahr 2000 verliehen. Ausgezeichnet werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in besonders vielfältiger, origineller und nachhaltiger Weise ihre Forschungen und die ihres Faches in die Medien und die breite Öffentlichkeit außerhalb der Wissenschaft kommunizieren. Mit dem Preis wollen DFG und Stifterverband den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit stärken und dafür werben, dass Wissenschaftskommunikation in der Wissenschaft selbst einen höheren Stellenwert erhält.

In diesem Jahr wählte die Jury aus Wissenschaftsjournalisten, Kommunikations- und PR-Fachleuten unter dem Vorsitz von DFG-Vizepräsidentin Prof. Dr. Julika Griem aus 40 Bewerbungen und Vorschlägen die Preisträgerin aus. Verliehen wurde der Communicator-Preis 2019 im Rahmen der Jahresversammlung der DFG am 1. Juli 2019 in Rostock von DFG-Präsident Prof. Dr. Peter Strohschneider und dem Präsidenten des Stifterverbandes, Prof. Dr. Dr. Andreas Barner.

Filmportrait der Communicator-Preisträgerin Prof. Dr. Katharina Anna Zweig