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Helga Nowotny, emeritierte Professorin der ETH Zürich, wirbt im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für mehr Zuversicht und "Weisheit" im Umgang mit globalen Krisen und politischen Eingriffen in die Forschung. "Gesellschaftlichen Wandel hat es immer gegeben, doch erleben wir zurzeit eine besonders turbulente Zäsur, in der viele der bisher gültigen Annahmen außer Kraft gesetzt werden." Und die Wissenschaft ist demnach "resistenter, als es scheint", kann aber weder alle Antworten liefern noch schnelle Lösungen garantieren. Zur Rolle von KI und sozialen Medien spricht sie von "enorme[r] emotional[e] und informationell[e] Überforderung" und warnt, dass Lehre und Publikationssysteme wie Peer-Review-Verfahren durch KI vor "enormen Herausforderungen" stünden.
Gegen Angst als Reaktion auf Umbrüche setzt Nowotny das Ziel, Mut zur Ungewissheit zu haben und Falschinformationen durch Aufklärung, Regulierung und Stärkung der Urteilsfähigkeit zu begrenzen.
