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Eingestellt: 04.05.23

Deutsche Hochschulen rechnen durch Energiekrise mit Mehrkosten von 1,3 Mrd. Euro

Durch die Energiekrise rechnen Hochschulen mit höheren Kosten von circa 1,3 Milliarden Euro. Die Folge: Die Hochschulen planen kurzfristig ein effektiveres Energiemanagement und setzen langfristig auf Modernisierungsmaßnahmen. Bei anhaltenden Kostensteigerungen drohen dennoch Hochschulschließungen. Das sind erste Ergebnisse aus dem aktuellen Hochschul-Barometer von Stifterverband und der Heinz Nixdorf Stiftung.

Die große Mehrheit der Hochschulen, rund 83 Prozent, hat sich auf die zu erwartenden höheren Energiekosten eingestellt und eine Prognose der zusätzlichen Ausgaben erstellt. Aufgrund der Energiekrise ausgelöst durch den Ukraine-Krieg rechnen sie im Schnitt mit Mehrkosten pro Studierenden von 347 Euro. Laut einer auf dieser Datengrundlage erstellten Prognose des Stifterverbandes entstehen allein für den Winter 2022/23 Mehrbelastungen von circa 1,3 Milliarden Euro für das gesamte Hochschulsystem. Dazu gehört das Beheizen von Hörsälen, aber auch die für Forschungseinrichtungen benötigte Energie.

Laut einem Drittel aller staatlichen Hochschulen ist die Frage ungeklärt, wer für die Mehrkosten aufkommt. Bei den privaten Hochschulen sind es sogar 44 Prozent, die hier noch keine Klarheit haben.

"Die Energiekrise ist eine massive finanzielle Herausforderung für alle Hochschulen. Sie sollte aber auch als Chance genutzt werden, um Hochschulen als Experimentierräume für die Energiewende aufzustellen und eine Vorreiterrolle auf dem Weg zum klimaneutralen Gebäudebestand einzunehmen", sagt Volker Meyer-Guckel, Generalsekretär des Stifterverbandes. "Hierfür sind immense Investitionen und Förderprogramme der öffentlichen Hand erforderlich."

Aktuell gab es trotz der Energiekrise keine massiven Einschränkungen im Forschungs- oder Lehrbetrieb. Nur etwa fünf Prozent der Hochschulen setzen aufgrund der Energiepreise wieder stärker auf Online-Unterricht. Das könnte sich bei dauerhaft hohen Energiekosten jedoch ändern: Jede zweite Hochschule würde vor allem in der Hochschulinfrastruktur wie in Bibliotheken oder in der IT sowie in der Forschungsinfrastruktur einsparen. Langfristig drohen sogar Hochschulschließungen, befürchtet jede zehnte Hochschulleitung (knapp neun Prozent); unter den privaten Hochschulen sind es sogar 14,7 Prozent.

Das Hochschul-Barometer ist ein Stimmungsbarometer deutscher Hochschulleitungen. In einer jährlichen, repräsentativen Umfrage wollen Stifterverband und Heinz Nixdorf Stiftung seit zwölf Jahren von allen Rektoren und Präsidenten staatlicher und staatlich anerkannter Hochschulen in Deutschland wissen, wie sie ihre momentane Lage und ihre Perspektiven einschätzen. Ein Schwerpunkthema der aktuellen Ausgabe ist "Hochschulen in der Energiekrise". Die Ergebnisse des gesamten Hochschul-Barometers werden im Herbst 2023 veröffentlicht.

Zur Pressemitteilung des Stifterverbands