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Eingestellt: 15.01.26

Harvard profitiert vom Widerstand gegen den politischen Druck der Trump-Regierung

Monatelang hatte Washington versucht, die Hochschule mit blockierten Steuergeldern und Drohungen gegen ausländische Studierende gefügig zu machen. Ohne Erfolg. Eine Bostoner Richterin zwang die Regierung im Herbst, bereits zugesagte Forschungsmittel von mindestens 2,2 Milliarden Dollar wieder freizugeben. "Der Großteil dieses Geldes fließt mittlerweile wieder", heißt es aus dem Umfeld von Harvard-Präsident Alan Garber.

Zudem erhielt Harvard zuletzt mehr als 600 Millionen Dollar an Spenden. Politologe Ryan Enos sagt: "Viele Menschen hier sind mittlerweile richtig stolz auf Harvard", weil die Universität nicht nur für sich, sondern "für die amerikanische Demokratie" eintrete.

Allerdings könnte die Ruhe trügerisch sein: "Trump hat gerade den Kopf woanders", sagt Student Karl Molden, "Venezuela, Grönland, Epstein". Das könne sich schnell ändern.

Zum Artikel "Harvards Widerstand gegen Trump zahlt sich aus" in Der Spiegel

Zwei aktuelle Gerichtsentscheidungen aus den USA sind laut Jan-Martin Wiarda mehr als Randnotizen. Ein Berufungsgericht untersagte der US-Regierung, die sogenannten Overheads der National Institutes of Health (NIH) in der Forschungsförderung pauschal zu deckeln. Noch wichtiger aber ist demnach eine zweite Entwicklung: Nach Klagen wurden über 90 Prozent zuvor aus politischen Gründen abgelehnter Forschungsanträge neu bewilligt. Das zeige, dass es sich für Hochschulen und Forschungseinrichtungen lohnt, standhaft zu bleiben und juristisch gegenzuhalten.

"Beunruhigend ist weniger das juristische Tauziehen selbst als die emotionale Fallhöhe, die es inzwischen erzeugt", schreibt Wiarda. Aber er warnt vor falschem Optimismus: "Gleichzeitig wäre Naivität fehl am Platz." Dennoch bleibe ein wichtiges Signal: "Gerichte halten. Und manchmal ist das schon Nachricht genug."

Zum Kommentar: "Standhaft bleiben lohnt sich" im Wiarda Blog