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Da sich die USA aus der internationalen Wissenschaft zurückziehen, wird die EU „eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der globalen Zusammenarbeit spielen müssen“, so der Europaabgeordnete Christian Ehler. In einer Rede vor dem Europäischen Parlament am 14. Januar bezeichnete er die jüngsten Maßnahmen der Trump-Regierung als „schrittweisen Abbau der Weltordnung, die es der Wissenschaft ermöglicht, zu florieren“.
Ehler, Mitglied der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP), ist eine prominente Stimme in der Forschungspolitik des Parlaments und Hauptberichterstatter für die Gesetzgebung zur Einrichtung des nächsten Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizont Europa“. Er ist außerdem Mitberichterstatter für den neuen Europäischen Wettbewerbsfonds (ECF).
Der gleiche geopolitische Kontext, der Europa an die Spitze der globalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit gebracht habe, bedeute, dass es seine eigene Offenheit überdenken muss, so Ehler weiter. Während die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern für Innovationen nach wie vor unerlässlich sei, müsse dieses Prinzip nun „im Kontext der von Trump geschaffenen Welt“ betrachtet werden.
Infolgedessen könne Offenheit nicht mehr bedingungslos sein. Die Wissenschaft müsse „so offen wie möglich und so geschlossen wie nötig“ sein, sagte Christian Ehler, eine Logik, die gleichermaßen für die Innovationspolitik gelte. In einer Welt, die von US-Protektionismus, chinesischen staatlichen Subventionen und unlauterem Wettbewerb geprägt ist, könnte eine vollständige Offenhaltung der europäischen Forschung und Märkte der EU eher schaden als nützen.
Dieser Wandel wirkt sich bereits auf die Forschungsarchitektur der EU aus. Während „Horizont Europa“ grundsätzlich für eine globale Beteiligung offen bleiben und Forschern aus Drittländern die Teilnahme ermöglichen würde, wäre der Zugang im Rahmen des ECF eingeschränkter.
