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Generative KI ist im Hochschulwesen mittlerweile allgegenwärtig – doch ihr Einsatz variiert je nach Land, Zielgruppe und Zweck, und es bestehen weiterhin Bedenken, so ein OECD-Bericht. Für Hochschulen, die dringend nach praktikablen Modellen für den verantwortungsvollen Umgang mit KI suchen, bietet der Bericht eine Vielzahl von Beispielen für Ansätze aus aller Welt.
Die anhaltenden Bedenken betreffen den Datenschutz, die akademische Integrität, Chancengleichheit, Halluzinationen, die Kompetenzentwicklung, digitale Governance und KI-Autonomie.
Der Bericht mit dem Titel „Policies supporting responsible and systematic GenAI adoption in higher education" (Maßnahmen zur Förderung einer verantwortungsvollen und systematischen Einführung von GenAI im Hochschulwesen) wurde am 17. Juli im Rahmen der OECD-Reihe „Education Spotlights“ veröffentlicht.
„Die zunehmenden Möglichkeiten und die rasante Verbreitung von KI-Technologien verändern das Hochschulwesen grundlegend – wie Studierende lernen und unterstützt werden, wie Lehre und Leistungsbewertung gestaltet werden, welche Fähigkeiten und Kenntnisse Studierende benötigen, wie Forschung betrieben wird und wie Bildungseinrichtungen verwaltet und geleitet werden“, heißt es darin.
Die OECD-Studie ergab, dass fast alle Studierenden an Hochschulen und die meisten wissenschaftlichen Mitarbeiter Erfahrungen mit GenAI haben. Im Vereinigten Königreich zeigen Umfragen des Higher Education Policy Institute (HEPI), dass der Anteil der Bachelor-Studierenden, die angeben, GenAI zu nutzen, von 66 % im Jahr 2024 auf 95 % im Jahr 2026 gestiegen ist. Eine Umfrage aus dem Jahr 2024 in 16 Ländern ergab, dass 86 % der Studierenden im Hochschulbereich GenAI für ihr Studium nutzen. Im Jahr 2025 lag der Durchschnitt in der Europäischen Union bei 72 % der Studierenden. „Es gibt jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern: Während in Estland 89 % der Studierenden angeben, GenAI zu nutzen, sind es in Norwegen und Slowenien 87 %, in Rumänien dagegen nur 53 % und in der Türkei 52 % der Studierenden“, so die OECD unter Berufung auf eine Eurostat-Studie aus dem Jahr 2026.
Zwar setzen auch die meisten Wissenschaftler GenAI ein, doch ist die Nutzung weniger verbreitet als unter Studierenden. Weltweit gaben 61 % der wissenschaftlichen Mitarbeiter in 28 Ländern an, GenAI wöchentlich zu nutzen, wie der Digital Education Council – ein Zusammenschluss von Universitäten, der eine globale Praxisgemeinschaft für Bildungsinnovationen bildet – im Jahr 2025 berichtete. In Australien ist die Nutzung im wissenschaftlichen Bereich relativ hoch: Dort nutzten bis Mitte 2024 drei Viertel der Wissenschaftler GenAI für ihre Arbeit. „Die Verbreitung ist noch größer, wenn man Verwaltungs- und Supportmitarbeiter mit einbezieht: 84 % der Fachkräfte im Hochschulbereich in Kanada und den Vereinigten Staaten gaben an, GenAI im Jahr 2024 entweder beruflich oder privat zu nutzen – ein Anstieg gegenüber 41 % im Vorjahr“, stellte die OECD fest.
Zum OECD-Report „Policies supporting responsible and systematic GenAI adoption in higher education“
Zum Artikel "New OECD report explores AI in HE, emerging evidence" in University World News
