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Eingestellt: 12.08.22 | Besuche: 133

Tagung "Experten: Bedrohung oder Segen für die Demokratie"

Der Verein zur Förderung des deutschen & internationalen Wissenschaftsrechts e.V. lädt am 7. und 8. Dezember 2022 in Präsenz in Berlin zur Tagung "Experten: Bedrohung oder Segen für die Demokratie" ein.

Moderne Staaten sind auf Experten und deren Wissensinput angewiesen, um handlungsfähig zu sein und legitime Entscheidungen treffen zu können. Hierdurch erlangen Experten zwangsläufig eine gegenüber sonstigen Bürgern hervorgehobene Stellung. Sollte sich Expertise nicht als „objektiv“ bzw. „neutral“ erweisen, erzeugt dies demokratietheoretische Friktionen, weil insoweit Experten die Möglichkeit, politischer Einflussnahme zukäme.

Gegen die Annahme, dass Expertise als neutral und Experten daher als austauschbar angesehen werden können, scheint der vielfach beobachtbare Expertendissens zu sprechen. Anders lässt sich ferner kaum erklären, weshalb diejenigen Experten, denen im besonderem Maße Gehör geschenkt wird, von der Politik und nicht ihrerseits von Experten ausgewählt werden.

In welcher Weise Expertise in die hoheitliche Entscheidungsfindung einbezogen und wer als Experte gehört wird, ist demnach demokratietheoretisch relevant. Schließlich hängt hiervon ab, ob die in Expertise potentiell enthaltenen Vorannahmen sowie die Gesichtspunkte, über die politisch entschieden werden muss, erkannt zu werden vermögen. Vor diesem Hintergrund gerät sowohl die institutionelle Ausgestaltung von Expertengremien, der Umgang der Politik mit Wissen, die demokratische Institutionenordnung als auch das Wissenschaftssystem in den Blick. Schließlich tragen sie allesamt dazu bei abzusichern, dass Expertise in hoheitliche Entscheidungsfindungen einbezogen werden kann, ohne den demokratischen Entscheidungsprozess hierdurch auszuhöhlen.

Die interdisziplinäre Tagung geht der Rolle und Bedeutung von Expertise im Spannungsfeld von Demokratie, Expertokratie und Populismus nach und fragt, wie viel Expertise die Demokratie braucht und welche Sicherungsmechanismen zu ergreifen sind, um expertokratischen Zügen rationaler Entscheidungsfindung vorzubeugen. Im Rahmen von drei Panels, die sich Expertise als Bedingung und Herausforderung von Demokratie, den Institutionalisierungsformen zur Verarbeitung der Ambivalenz von Expertise für die Demokratie sowie der Verarbeitung der Problematik im Rahmen des Wissenschaftssystems widmen, wird diesen Fragen auf verschiedenen Ebenen nachgegangen.

Die Veranstaltung richtet sich neben der Wissenschaft u.a. an alle Entscheidungsträger, die in gesellschaftlich relevanten Bereichen, wie der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, demokratisch legitimierte Entscheidungen unter Einbeziehung von Expertenwissen zu treffen haben.

Der Teilnehmerbeitrag beträgt 350,- € bzw. für Mitglieder des Vereins zur Förderung des deutschen & internationalen Wissenschaftsrechts 200,- €. Anmeldeschluss ist der 01.12.2022.

Ausführliche Informationen zur Tagung und Tagungsprogramm

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