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Eingestellt: 04.08.25

4 % weniger BAföG-Geförderte im Jahr 2024

Die Zahl der BAfög-Empfänger:innen sinkt, das zeigen die aktuellen Werte des Statistischen Bundesamtes. Im letzten Jahr waren es 22.800 oder vier Prozent weniger Geförderte als 2023. Das ist der niedrigste Wert seit 2000 heißt es aus Wiesbaden.

Die 612.800 BAföG-Empfänger:innen bekamen im Jahr 2024 durchschnittlich 635 Euro pro Monat, das waren fünf Euro weniger als im Vorjahr. Die Ausgaben des Bundes für die BAföG-Förderung sanken im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent oder 316 Millionen Euro auf 3,1 Milliarden Euro.

Weiterhin teilte Destatis mit: „BAföG-Geförderte waren im Jahr 2024 häufiger weiblich als männlich, typischerweise unter 25 Jahre alt und wohnten mehrheitlich nicht bei ihren Eltern. So war ähnlich wie in den Vorjahren der Frauenanteil unter den Geförderten mit 59 Prozent größer als der Männeranteil (41 Prozent).“

Matthias Anbuhl, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Studierendenwerks, äußert sich zu den neuen Zahlen: „Wir brauchen jetzt ein BAföG-Bekenntnis des Bundes. Nur so lässt sich die Trendwende erreichen. Das BAföG muss höher, einfacher und digitaler werden. Die Koalition muss jetzt ihre Versprechen aus dem Koalitionsvertrag kraftvoll umsetzen. Die BAföG-Wohnkostenpauschale und der Bedarfssatz müssen steigen, eine Vereinfachung endlich angegangen werden.“ Er kritisiert, dass im Koalitionsvertrag zwar von einer „großen Novelle“ die Rede sei, gleichzeitig aber der BAföG-Etat um 250 Millionen Euro abgesenkt werde.

Anbuhl verweist auf eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik, wonach mehr als die Hälfte der eigentlich BAföG-berechtigten Studierenden gar keinen Antrag stellt. Dies weise auf ein strukturelles Informations-Defizit hin, dass dringend beseitigt werden müsse.

Zur Pressemitteilung von Destatis

Zum Kommentar des Deutschen Studierendenwerks

DSW-Übersicht: BAföG-geförderte Studierende von 2013 bis 2024

Zum Artikel "Weniger BAföG, mehr Fragezeichen" im Blog von Jan-Martin Wiarda

Interview von Stefan Grob im DLF "Das BAföG und sein mieses Image" (Dauer 5'20")