
Die wissenschaftliche Äußerungsfreiheit steht unter Druck. Ein vermeintliches Neutralitätsgebot wird unverhohlen zur Einschüchterung eingesetzt. Gleichzeitig haben wissenschaftsfeindliche
Kräfte Chancen auf politische Macht. Der Campus wird zur Austragung politischer Konflikte missbraucht und hierzu allenthalben eine „akademische Freiheit“ als Rechtfertigung bemüht. Wer zu Konfliktthemen forscht, kann damit im politischen Raum leicht anecken: Politische Milieus sind oft strukturell damit überfordert, wissenschaftliche Äußerungen schlicht als methodengeleiteten Beitrag zur Erkenntnis einzuordnen und zu schweigen.
Klaus Ferdinand Gärditz ist Professor für Öffentliches Recht an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
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Quellen: