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Die Rolle des Qualitätsmanagements in Hochschulen (Dieter Kaufmann)


Als Folge des fortschreitenden Autonomiegewinns der Hochschulen und dem dadurch begünstigten institutionellen Wettbewerb kommt Mechanismen der Qualitätssicherung eine immer essentiellere Bedeutung zu. In wachsendem Maße ist die anhand von objektiven Kennzahlen erfassbare und dadurch vergleichbare Qualität von Studien-, Fort- und Weiterbildungsprogrammen sowie Forschungsprojekten und Geschäftsprozessen ausschlaggebend für die erfolgreiche Anwerbung von Studenten und exzellenten Wissenschaftlern sowie die Einwerbung von Drittmitteln. Hochschulen haben folglich eine institutionelle Verantwortung, eine anhaltend hohe Qualität von Lehre und Forschung zu gewährleisten. Dieser Verantwortung können Hochschulen nur gerecht werden, indem sie ein schlüssiges Gesamtkonzept zur Qualitätssicherung formulieren, welches sich passgenau in die Führungsstrukturen und strategischen Controllingsysteme integrieren lässt. Dieter Kaufmanns Beitrag enthält eine Übersicht über das Instrumentarium der Qualitätssicherung. Zur Sprache kommen neben den Techniken der Eigen- und Fremdevaluation auch die Verfahren der Prozess- und Systemakkreditierung sowie die Nutzung von institutionenübergreifenden Rankings.

Rolle des Qualitätsmanagements in Hochschulen
(Dieter Kaufmann, Stefan Hornborstel)

Die gesetzlichen Vorgaben für Hochschulen sehen vor, dass die Arbeit in Forschung und Lehre, bei der Förderung des Wissenschaftlichen Nachwuchses sowie der Durchsetzung der Chancengleichheit von Frauen und Männer durch Eigen- und Fremdevaluation zu bewerten sind. Die Hochschulen tragen damit die institutionelle Verantwortung für die Qualität ihrer Studienprogramme, Fort- und Weiterbildungsprogramme, Forschungsprojekte sowie der damit einhergehenden Geschäftsprozesse. Diese Verantwortung gewinnt zusätzliche Bedeutung, da über Studiengebühren, Rankingergebnisse und die Exzellenzinitiative der Blick verstärkt auf die Input- und Output-Beziehungen der Hochschulen mit ihrer Umwelt gerichtet wird. Die Leistungen der Hochschulen im Output-Bereich (Forschung, Lehre, Weiterbildung) sollen hohen Qualitätsansprüchen genügen. Dem stehen begrenzte Ressourcen in personeller, monetärer und sächlicher Hinsicht bei Input-Faktoren gegenüber. Mit Themen der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung müssen die Prozesse, die zur Erbringung der Leistung der Hochschulen notwendig sind, qualitativ höchsten Ansprüchen genügen bzw. entwickelt werden.

Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung und deren Instrumente sind deshalb einzubinden in das Führungs- und strategische Controllingsystem einer Hochschule und für die Steuerung und Profilierung der Hochschulen unerlässlich. Existierende Verfahren der Qualitätssicherung, die bislang nur einzelne Bereiche durchleuchten, müssen koordiniert, weiterentwickelt und in ein Gesamtkonzept integriert werden. Die rechterhand beigefügte und auf Basis der Empfehlungen des Stifterverbandes erstellte Übersicht veranschaulicht die angesprochenen Aspekte des Qualitätsmanagements an einer deregulierten Hochschule (hier: einer Universität).

Dabei ist zu berücksichtigen, dass Steuerung und Profilierung unter Verwendung von Qualitätssicherungs- und Qualitätsentwicklungsinstrumenten für viele Hochschulen ein neues Aufgabengebiet darstellt und ein einheitlicher Aufgabenkatalog noch nicht besteht. Die im Schaubild zur Rechten genannten Einzelteile sind je nach Ausprägung der Hochschule nach deren Akzenten und Schwerpunkten im Sinne einer Profilierungsstrategie der Hochschule zu bewerten und anzupassen und bilden deshalb nur einen Rahmen für Qualitätssicherungs- und Qualitätsentwicklungsinstrumente. Jede Hochschule muss eigene Zielvorstellungen, eigene Schwerpunkte und eigene Instrumente ergreifen um den Ansprüchen an ein Qualitätsmanagementsystem der eigenen Hochschule gerecht zu werden.

Eckpunkte, die sich übergreifend in allen Hochschulen ergeben, sind

  • im Bereich Studium und Lehre die Absolventenbefragung, eigene Evaluation, Lehrveranstaltungsevaluation und Akkreditierung von Studiengängen mit den Instrumenten einer Prozessakkreditierung oder Systemakkreditierung.
  • die Optimierung der Geschäftsprozesse in den Hochschulverwaltungen mit Hilfe externer Evaluatoren.
  • die Nutzung von Rankingergebnissen sowie von Modulen des strategischen Controllings.

Diese Eckpunkte sind ebenso wie die sich aus dem Schaubild ergebenden Instrument der Qualitätssicherung je nach Bedarf der Hochschule näher zu definieren und flexibel fortzuschreiben.



Eingestellt am: 27.10.2008 | Erstellt am: 27.10.2008