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Eingestellt: 23.11.08 | Erstellt: 15.08.01 | Besuche: 1385
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Habilitation oder Juniorprofessur – was sagen die Betroffenen?

Auf Betreiben der Bundesregierung soll die Habilitation als regelhafte Eingangsvoraussetzung für das Professorenamt abgeschafft und durch die Juniorprofessur ersetzt werden. Als Argumente gegen die Habilitation werden vor allem die fehlende wissenschaftliche Unabhängigkeit und das zu hohe Abschlussalter des Hochschullehrernachwuchses vorgebracht. Eine umfassende Umfrage der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) unter rund 300 Habilitanden und kürzlich Habilitierten aus der Chemie zeigt allerdings, dass diese Kritikpunkte für die Chemie nicht zutreffen. Demnach dauert die Habilitation im Fach Chemie im Mittel etwas über fünf Jahre. Auch der viel zitierte Vorwurf der „Ausbeutung“ der Habilitanden durch die betreuenden Professoren wird in der Chemie von der Mehrheit der Betroffenen nicht bestätigt. Ein von den Habilitanden immer wieder genanntes und als gravierend eingeschätztes Problem ist die Unsicherheit in der Karriereentwicklung und der sozialen Absicherung in einem Lebensabschnitt, in dem viele eine Familie zu versorgen haben. Gerade dieses Problem wird durch das Modell der Juniorprofessur jedoch nicht grundlegend entschärft.

Quellen:
(= Beiträge zur Hochschulforschung, Heft 4, 23. Jahrgang, 2001)
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