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Eingestellt: 30.07.08 | Erstellt: 15.06.08 | Besuche: 3367
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Kennziffern und Indikatoren: Politische und soziale Sprengkraft

1703 wurde der Alchimist Johann Friedrich Böttger von August dem Starken in ein Zwangspraktikum verpflichtet: Er sollte aus unedlen Metallen pures Gold gewinnen. Zwar scheiterte er an dieser Mission; jedoch entdeckte er unverhofft das europäische Porzellan. Wie würde heute wohl ein wissenschaftliches Praktikum bewertet, das derartig sein Ziel verfehlt, aber dennoch in anderer Hinsicht überraschend erfolgreich ist. Es hinge von der Bewertung ab, oder anders ausgedrückt, von den zugrunde gelegten Indikatoren. Denn Indikatoren beinhalten immer ein inhärentes Werturteil. Um eine fruchtbare Debatte über die Zukunft des Hochschulsystems zu gewährleisten, muss man sich laut Peer Pasternak zum einen Kennziffern unideologisch nähern und zum anderen Indikatoren gegen den Strich bürsten. Denn er weiß: Der Teufel liegt nicht im Detail, sondern im Qualitätsverständnis.

Quellen:
(Beitrag aus: Zimmermann, Karin | Metz-Göckel, Sigrid | Kamphans, Marion (Hgg.): Perspektiven der Hochschulforschung, Wiesbaden, S. 353-362)