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Eingestellt: 15.05.09 | Erstellt: 01.12.06 | Besuche: 3746
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Wie viel (In-)Transparenz ist notwendig? - Peer Review Revisited

Peer Review wird seit mehr als 300 Jahren in der Wissenschaft als Begutachtungs- und Qualitätsförderungsinstrument praktiziert. Es hat in den nationalen Wissenschaftssystemen wie auf transnationaler Ebene große Bedeutung und auch Akzeptanz erlangt. Allerdings erheben sich immer wieder kritische Stimmen zu der Fachbegutachtung durch Kollegen und Kolleginnen, vor allem im Hinblick auf die Reliabilität und Validität. Dem Verfahren wird ein geringer Grad an Gutachterübereinstimmung, mangelnde Transparenz, Innovationsfeindlichkeit und zu hoher Aufwand vorgeworfen. Weiterhin wird danach gefragt, ob Peer Review mehr der Legitimation als der Qualitätskontrolle dient und ob Qualitätsstandards für Gutachten ausreichend kommuniziert werden. Zudem haben sich in der jüngeren Vergangenheit die Umweltbedingungen für diese Art von Qualitätssicherungsverfahren in der Wissenschaft in einer Weise verändert, die vielfältige neue Problemlagen und Herausforderungen entstehen lässt. Das Spannungsverhältnis zwischen Transparenz und Anoymität hat in diesem Kontext einen besonders großen Stellenwert.

Quellen:
Welche Wege haben sich bewährt – wo besteht Veränderungsbedarf? Welche Qualitätssicherungsmaßnahmen innerhalb des Begutachtungs- und Entscheidungsprozesses sind wirksam? In diesem Working Paper werden die Peer Review-Verfahren in der Forschungsförderung in Deutschland, der Schweiz und Dänemark diskutiert, deren Praktiken sich gerade mit Blick auf den Umgang mit Anonymität signifikant unterscheiden. Darüber hinaus geht es auch um neue Praktiken des Begutachtungsprozesses in wissenschaftlichen Zeitschriften, die gewährleisten sollen, dass neue Erkenntnisse möglichst zeitnah in der Scientific Community kommuniziert werden können, ohne auf eine ausreichende und angemessene Qualitätskontrolle und -förderung verzichten zu müssen.   (= iFQ-Working paper; 1)